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Nachtblüte - Die Erbin der Jahreszeiten (Rezension)

Inhalt

Ilea ist die einzige Nachfahrin des Sommers und damit die Enkelin eines Gotts. Als ihr Großvater endlich wieder auf die Erde kommt, ist ihre Mutter, Sols Tochter, bereits tot. Als ein schrecklicher Unfall geschieht, schickt die Göttin Gaia ihren nächsten Sohn auf die Erde. Aviv wollte nie zur Erde und er will sich auch auf keinen Fall verlieben. Denn niemals würde er seinen besten Freund gegen seine wahre Liebe eintauschen.
Doch entscheidende Ereignisse werfen ihre Schatten voraus und alles wird sich verändern. Kann Aviv das alles mit heiler Haut überstehen? Und wie steht es am Ende um sein Herz?


Kritik

Zwischen "Abendsonne", dem zweiten Teil der Reihe, und "Nachtblüte" liegen mehr als fünfhundert Jahre, in denen sich einiges verändert hat. Dadurch dauert es ein wenig, bis der Leser in die Geschichte hinein findet. Zumal es durch die vielen Perspektivwechsel nicht leichter wird, da man sich immer wieder an neue Situationen und Orte gewöhnen muss. Dafür schließt man aber die Charaktere sofort wieder ins Herz. Zwar verbringt man deutlich mehr Zeit mit Aviv, aber man erfährt gar nicht so viel mehr, als man es durch Mayas Geschichte getan hat.
Ilea ist eine so liebenswerte Figur und sie und ihr bester Freund Yannis bereiten dem Leser wirklich viel Freude. Leider haben die beiden nicht allzu viele Szenen zusammen. Aber Ilea ist die richtige Wahl als Protagonistin, die so ganz anders als Maya ist. Sie ähnelt eher Dahlia, was ein nostalgisches Erinnern an sie im Leser verursacht und ihren Tod vor mehreren Jahrhunderten umso schrecklicher macht.
Und dann ist da noch Nandra, von allen liebevoll Nanny genannt. Sie ist Ileas Großmutter und die einzige Frau, die ein Kind von Sol ausgetragen hat. Ihre spitze Zunge und ihre direkte Art heben alle Szenen hervor, in denen sie mitspielt. Und da sie die einzige ist, die selbst einen Gott in seine Schranken weist und ihn wie jemand normales behandelt. Daher ist sie eindeutig eine der besten Figuren dieses Buches und auch der gesamten Reihe. Und natürlich sind auch Nutty und Seth, Avivs und Sols Tiergeister, einfach nur süß und liebenswert und ich glaube jeder wünscht sie sich als stetige Begleiter und beste Freunde. Von ihnen kann man nur schwärmen, so toll sind sie.
Auch hier gibt es viele Wendungen, von denen einige vorhersehbar sind und ein Teil des großen Dramas hätte man sich sparen können. Denn wie im Vorgängerband finde ich das Ende schrecklich. Nicht unbedingt, weil es mega dramatisch und traurig ist, sondern die Art, wie die Autorin das Hauptproblem gelöst hat. Man hätte so viel mehr aus der Ausgangssituation machen können, auch wenn man damit vielleicht einige Leser abschrecken würde, weil man es nicht nach dem 
08/15-Muster löst. Aber das ist hier leider der Fall und es wirkt zeitweise recht erzwungen. Vor allem aber bleibt die Glaubwürdigkeit ab einem gewissen Punkt auf der Strecke, da die Figuren sich viel zu unglaubwürdig aufführen.
Vor allem aber vermisse ich Jesien, der als Mensch keine fünfhundert Jahre leben kann. Deswegen bin ich immer noch nicht damit einverstanden, dass Espen seine Rolle übernommen hat. Und das Ende von Band 3 ist beinahe genauso schlimm, weswegen ich mir wirklich noch überlegen muss, ob ich Band 4 lesen werde.

Cover

Das Cover passt perfekt zu den beiden der ersten Bände und ist recht ansprechend gestaltet. Vor allem aber erkennt man nach dem Lesen, dass es wirklich perfekt passt und alles wichtige zeigt. Man sieht Ilea und erahnt ihre Fähigkeiten und es ist klar zu erkennen, dass sie ein Sommerkind ist.

Fazit

Lesenswert, auch wenn es deutlich hinter "Morgentau" zurückbleibt und ein nicht unbedingt zufriedenstellendes Ende hat. Wenn man aber wissen will, wie sich die Welt entwickelt, sollte man es unbedingt lesen. Und Ilea ist es wirklich wert. Man bereut es nicht, es gelesen zu haben, ist aber eben nicht ganz so zufrieden wie beim Ende von "Morgentau".



Autorin: Jennifer Wolf
Seiten: 288
Verlag: Carlsen




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