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Rat der Neun - Gezeichnet (Rezension)

Inhalt

Akos Kereseth gehört zu einer mit einem Schicksal gesegneten Familie. Seine Mutter ist eines der drei Orakel des Planeten Thuve. Doch sein Schicksal sieht nicht so rosig aus. Als sein Bruder Eijeh und er von den Feinden Thuves, den Shotet, entführt werden, setzt er alles daran, sich zu widersetzen. Nur wie lange hält der Widerstand.

Cyra Noavek, die Schwester des tyrannischen Herrschers der Shotet, leidet seit ihrer Kindheit Schmerzen. Ihre Gabe bereitet ihr und allen, die sie berührt, Schmerzen. Auch sie und ihr Bruder haben Schicksale, auch wenn sie nicht immer etwas gutes verheißen. Da kommt es gerade recht, dass Akos den Strom, der den Menschen ihre Gaben verleiht, nicht spüren kann und somit unempfänglich für Cyras Schmerz ist und ihn auch für sie lindern kann.
Aber sie beide können ihre Ziele nicht erreichen. Nicht, wenn sie nicht zusammenarbeiten. Aber wer ist bereit, seine Ziele für die des anderen zu opfern? Es gibt nur einen Weg für sie, denn entweder retten sie einander oder zerstören einander...


Kritik

Veronica Roth ist bekannt, seit sie "Die Bestimmung" veröffentlich hat. Bei Cyra und Akos findet man sogar einige Parallelen zu Four und Tris. Alle vier sind Kämpfer oder werden zu welchen und es gibt gute Gründe, warum man sich voneinander fernhalten sollte. Auch haben sie alle altruistische Züge an sich, die sie recht sympathisch machen.
Aber Cyra erinnert auch ein wenig an Adelina aus "Young Elites". Beide sind sie eher düstere Charaktere, die für Monster gehalten werden. Und beide ringen sie mit sich, weil ihre gute Seite die dunkle nicht akzeptieren will und kann. Was bei Cyra auffällt, ist die Intensität, mit der sie ihre Überzeugungen vertritt und an ihren Ansichten festhält. Sie lässt sich nicht leichtfertig umstimmen und vor allem lässt sie sich nicht unterkriegen. Auch wenn ihr Bruder alles dafür tut.
Akos ist ihr da sehr ähnlich. Statt sich brechen zu lassen, wächst sein innerer Widerstand und er wartet nur auf den richtigen Moment für seine Rache. Die beiden sind sich aber nicht nur ähnlich, sondern ergänzen sich auch sehr schön. Akos ist der Feinmotoriker, der Tränke brauen kann, während Cyra eher gröber ist und eine wahre Kämpferin. Dadurch unterschätzt man sie leicht, weil man sie anfangs für oberflächlicher und unwissender als Akos hält.
Die Geschichte und vor allem die erschaffene Welt ist so einzigartig, dass man sich liebend gern darin fallenlässt. Natürlich ist nicht alles schön, aber es wirkt echt und real und man merkt, dass sich die Autorin sehr viel Mühe gegeben hat. Es gibt keinen Punkt, an dem man an der Echtheit dieses Universums zweifelt. Und das macht die Autorin so talentiert. Sie kreiert ganze Welten mit ihren Worten, die von vorne bis hinten durchdacht und komplett sind.
Aber nicht nur die Welt macht diesen Roman so genial. Auch die häufig überraschenden Wendungen sind ein Genuss für den Leser, auch wenn man nicht viel zu lachen hat. Es werden viele Fragen aufgeworfen, einige werden beantwortet und manche Antworten stellen sich später als falsch heraus. Man liest die Geschichte wirklich gerne, auch wenn gerade die längeren Kapitel manchmal langatmig sind und den Erzählfluss stoppen. Was dagegen wirkt sind die hohe Spannung im Verlauf des Romans und die bildliche Erzählung, wodurch es einem vorkommt, als wäre man wirklich dabei. Dass der Erzähler zwischen Akos und Cyra wechselt, ist recht gut gewählt, da es geschickt eingesetzt wird und man einen guten Eindruck von Akos' und Cyras Seelenleben bekommt. Trotzdem kann man sich nicht so ganz mit ihnen identifizieren, was auch an ihren Sonderheiten liegt. Zum Teil ist es aber auch die Schuld des Erzählstils, da es in der dritten Person Singular geschrieben ist. Der Erzähler ist wie der Leser ein Beobachter, der aber auch in die Personen blicken kann. Dadurch wird aber auch kein Leser vor den Kopf gestoßen, wenn er oder sie sich nicht mit den Protagonisten identifizieren kann oder sie gar nicht leiden können sollte.

Fazit

Ein absolut grandioser Auftakt einer süchtig machenden Sci-Fi-Reihe!!!!!!





Autorin: Veronica Roth
Seiten: 608
Verlag: cbt

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