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Der Weihnachtsmann steigt aus (Rezension)

Inhalt

In den letzten Jahren ist es bittere Realität geworden, dass die Weihnachtsmänner nicht mehr alle Pakete rechtzeitig ausliefern können und so verbringen sie auch die Tage nach Weihnachten noch auf der Erde.
Halb erfroren und verhungert findet der Weihnachtsmann nach einem langen Fußmarsch ein Gasthaus, wo er etwas zu essen und zu trinken bekommt. Die junge Kellnerin ist ihm sehr zugeneigt, da er ihr als Lohn einen kostbaren Ring schenkt.
Doch als er zu seinem Schlitten zurückkehrt, sind Einar und Elvar, seine beiden Rentiere, verschwunden. Es dauert, bis er sie wiederfindet, doch was er dann erfährt, macht ihn stutzig. Seine treuen Begleiter treten in den Streik und da der Himmel nicht auf die Hilferufe vom Weihnachtsmann reagiert, muss er sich wohl oder übel auf der Erde zurechtfinden. Nur gut, dass es die Obdachlosenhilfe gibt...


Kritik

Zu Beginn muss gesagt sein, dass der Klappentext andere Erwartungen geweckt hat. So wirkte es dort eher, als habe der Weihnachtsmann zu Beginn entschieden, auf der Erde zu bleiben, dabei sind die Rentiere daran schuld.
Die Szenen werden ganz lustig beschrieben und die gesamte Geschichte ist insgesamt eine sehr heitere Erzählung, auch wenn sich manche Szenen ein wenig in die Länge ziehen. Trotzdem bekommt man für viele Figuren nur ein grobes Gefühl, weil alles ein wenig distanziert wirkt. Dadurch fiebert man nicht wirklich mit, wobei das auch ein wenig an der fehlenden Spannung liegt. Das Buch hat eher eine akzeptierende Haltung. Der Weihnachtsmann scheint durchweg mit der Situation einverstanden beziehungsweise so, als könnte er mit jeder Wendung leben und dadurch gibt es keinen richtigen Höhepunkt. 
Leider wird auch vieles im Unklaren gelassen. Man erfährt nicht allzu viel vom Himmel und den Bewohnern dort. Meist werden sie nur vom Weihnachtsmann erwähnt, wenn er mal wieder über seine faulen Kumpanen schimpft. Und auch die übrigen Weihnachtsmänner werden kaum beleuchtet, was schade ist, da es die Geschichte enorm bereichern könnte.
Einar und Elvar werden leider immer unsympathischer, wobei man sich fragt, wie sie ihre Charakter so lange verstecken konnten, da sie als durchweg egoistisch und materialistisch porträtiert werden.
Der Weihnachtsmann hat zwar einen viel bessere Charakter, dafür ist er unglaublich naiv und das nervt hin und wieder. Wobei es kaum vorstellbar ist, dass er so wenig von der Erde mitbekommt, als dass er sich nicht halbwegs zurechtfinden könnte, aber dafür gibt es ja genügend Nebencharaktere, die ein schlüssiges Bild gegen Ende präsentieren.
Auch das Ende ist wenig zufriedenstellend. Es bleibt sehr offen, wie es weitergeht und ob der Weihnachtsmann in den Himmel zurückkehrt. Es ist ein wenig störend, da man zumindest erfahren will, wo er das nächste Jahr leben wird, da man dann die Geschichte viel besser weiterspinnen kann. So aber hat man eine gewisse Freiheit, zumal es im Himmel chaotisch genug zugehen dürfte.

Fazit

Es ist eine seichte Geschichte für die kalten Wintertage - mit einer gehörigen Menge Humor.




Autorin: Astrid Göpfrich
Seiten: 256
Verlag: Marion von Schröder

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