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The Gender Game - Machtspiel der Geschlechter (Rezension)

Inhalt

Ein giftiger Fluss trennt die Welt in zwei Länder. In Matrus regieren die Frauen. Dort werden dominante Männer aussortiert und in die Mienen zum Arbeiten gebracht. In Patrus ist es gegensätzlich. Hier ist die Frau das Eigentum ihres Mannes und darf ohne ihn nicht mal das Haus verlassen.
Violet lebt zwar in Matrus, landet aber wegen unglücklicher Umstände im Gefängnis. Sie weiß genau, ihre Exekution steht bevor. Doch da bekommt sie ein einmalige Angebot. Sie soll nach Patrus reisen, einen Matrus-Agenten heiraten und gemeinsam mit ihm ein Ei besorgen, dass Patrus Matrus gestohlen hat.
Um nicht zu sterben und um ihren kleinen Bruder wiederzusehen, willigt Violet ein. Nicht ahnen, dass das ihr ganzes Leben verändern wird...


Kritik

Die ersten Kapitel sind ein wahrer Kampf. Es dauert lange, bis man sich in der Welt zurechtfindet, zumal es nicht allzu spannend ist. Viele Szenen sind sehr vorhersehbar und zu Beginn wird nur dafür gesorgt, dass Violet in ihre aussichtslose Lage gelangt, um sie für das Angebot der Königin zu qualifizieren. Dass sich dafür Szenen auf Violets Leben doppeln, ignoriert die Autorin geflissentlich.
Vom Klappentext her hatte ich eine grobe Vorstellung, die leider keineswegs befriedigt wurde, zumal vieles zu offensichtlich ist. So dauert es ewig, bis Violet Dinge erkennt, die für den Leser quasi in den ersten Moment klar werden. Deswegen ist es wohl auch wenig verwunderlich, dass sich die Story stark in die Länge zieht.
Gegen Ende überschlagen sich dann die Ereignisse, was nicht zum Erzähltempo passt und man kommt kaum mit, weil eine Enthüllung die nächste jagt, während man eigentlich noch abgeklärt haben will, was zuvor geschehen ist. Vor allem aber werden Handlungen nicht ausreichend erklärt, was viele Fragen aufwirft. Diese werden bis zum Ende kaum beantwortet, was den letzten Eindruck eher ins Negative rückt.
Letztlich ist es schade, da es neben Violet noch Viggo gibt und die beiden eigentlich die einzigen Charaktere sind, mit denen man sich anfreunden kann. Und eigentlich wäre es ein leichtes, den beiden eine romantische Beziehung zu geben. Dieser Handlungsstrang wird leider nicht qualitativ ausgeschöpft und so kommt es, dass alle beide viel zu naiv und schüchtern sind, wenn es um Gefühle geht. Das passt so gar nicht zu den Charakteren, die man zuvor kennenlernt, zumal Violet sowieso viel zu harmlos dargestellt wird, da sie eine zweifache Mörderin ist, auch wenn es beide Male Unfälle gewesen sind. Bereut hat sie es nicht und von Albträumen war auch nie die Rede.
Dann gibt es da Lee, der die ganze Zeit wie ein graues Mäuschen agiert, um dann am Ende eine vollkommen andere Seite zu zeigen, die kaum zu erklären ist und nicht zu ihm zu passen scheint. Es wirkt, als habe man ihm diese Rolle verpassen wollen, um die Geschichte voranzutreiben und für Überraschungen zu sorgen, aber darunter leidet die Glaubwürdigkeit und es wird nur unnötig brutal. Ganz zu schweigen von den offenen Fragen.

Fazit

Alles in allem gibt es leider zu viele Ungereimtheiten, als dass ich den Roman wirklich empfehlen könnte. Es dauert oft zu lange, bis vorhersehbare Dinge eintreten und die meisten Charaktere sind nicht ansatzweise realistisch dargestellt worden. Die gute Idee scheitert an der Umsetzung.



Autorin: Bella Forrest
Seiten: 414
Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform 

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