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A Dark Billionaire - Ins Büro, Fräulein! (Rezension)

 Inhalt 

Als Sophia auf dem Weg zu einem wichtigen Bewerbungsgespräch ist, trifft sie der Schock. Ausgerechnet heute muss sie Chaos-Date-Nathan in die Arme laufen. Ohne lange darüber nachzudenken, ergreift sie die Flucht. Nur leider nicht in die Richtung, in die sie eigentlich muss.
Kurz entschlossen betritt sie ein Hotel, wo ebenfalls gerade Bewerbungsgespräche laufen. Doch selbst bis hierhin folgt ihr Nathan.
Kurz entschlossen stürmt sie als nächste in den Raum, wo die Gespräche abgehalten werden und landet in Liam Knights Armen.
Liam, der Multimillionär.
Liam, der Geschäftsführer von Knights Industries.
Liam, der weit mehr als nur eine persönliche Assistentin sucht.
Fasziniert voneinander unterschreibt Sophia den Arbeitsvertrag. Aber kann das zwischen ihnen funktionieren, wenn er keine Gefühle hat und sie zu viele? Denn wer sich verliebt, verliert.

Kritik 

Zu Beginn dauert es eine ganze Weile, bis man einen Zugang zur Geschichte bekommt. Zum einen liegt es daran, das man kaum etwas über die Hintergründe erfährt, sondern quasi direkt mit Sophia auf der Flucht vor Nathan ist. Dann trieft die Geschichte nur so vor Klischees und bekannten Szenen. Das Kennenlernen mit Liam erinnert an eine Mischung aus Cinderella und Shades of Grey, wobei die Geschichte insgesamt eher an letzteres angelehnt zu sein scheint.
Richtig störend ist aber die Charakterentwicklung. Sophia erinnert verkündet dem Leser gegenüber stolz ihre Überzeugungen und ihre Weltansicht und kurze Zeit später wirft sie quasi alles über Bord, weil sie durch Liam sich verändert. Wäre es mit der Zeit passiert, hätte man es übergehen können, aber man hat das Gefühl, das sie sich innerhalb von wenigen Momenten um 180° verändert und das ist dann doch sehr unrealistisch. Außerdem baut es eine neuerliche Distanz zwischen Sophia und dem Leser auf, der endlich eine Verbindung zu ihr aufgebaut hatte. Aber eben zur alten Sophia.
Die Kapitel sind zäh wie Kaugummi und man hat das Gefühl, kaum voranzukommen. Gleichzeitig passiert nicht wirklich viel, wodurch ich das Buch mehrfach zur Seite gelegt und teilweise über Monate pausiert habe. Es hatte schlichtweg keinen Reiz, diese Geschichte fortzusetzen.
Sophias Herkunft vom texanischen Land wirkt auf Dauer eher wie ein Running Gag und wird kaum in die Geschichte eingebunden. Das ist schade, denn gerade der Kontrast zwischen dem Landmädchen, das von der Großstadt träumt, und dem Großstadtjungen, der von ebendieser tief enttäuscht wurde, hätte viel besser ausgebaut werden sollen. Die Konstellation hat so viel Potential, das hier leider nicht genutzt wurde.
Der Verlauf der Geschichte ist sehr vorhersehbar und erfüllt praktisch alle Klischees des Genre. Es hätte nicht geschadet, wenn man hier und da Mal überrascht worden wäre. Auch agieren die Figuren arg einfallslos, was sie teilweise sehr blass erscheinen lässt. Man hat das Gefühl, das gerade die Nebencharaktere nur dann ins Spiel gebracht werden, wenn man sie für irgendetwas braucht, wodurch die Welt weniger realistisch erscheint.
Gegen Ende gelingt es der Autorin, trotz vorhersehbarem Verlauf, die Spannung zu steigern, sodass man die letzten Kapitel gerne liest. Oder es liegt daran, das man Weiß Zielgerade vor Augen hat. Aber auch hier bleibt man dem irrealen Weltbild treu und verkauft dem Leser eine Art heile Welt, was nicht so ganz zum Genre passt. Aber darauf weißt die Autorin mehr oder weniger in ihrem Nachwort hin. Vielleicht hätte sie es lieber vorne und Buch geschrieben, denn wenn man sich deswegen während des Lesens aufregt, bringt einem die Klarstellung am Ende nichts.
Sophia und Liam passen gut zusammen, auch wenn es schon merkwürdig ist, wie sie, als unerfahrene, junge Frau, so viel mehr aushält als seine ehemaligen, erfahrenen Subs. Viel eher hätte er sie an all das heranführen müssen, was die Beziehung der Beiden viel realistischer gemacht und ihnen eine ganz andere Tiefe gegeben hätte.
Natürlich taucht dann auch eine tragische Hintergrundgeschichte auf, die die Dramatik in die Höhe treiben soll. Nur tänzeln Sophia und Liam so sehr um die entscheidenden Themen herum, das man nur die Augen verdrehen kann. Natürlich achtet die Autorin darauf, das der Leser es nicht vor Sophia erfährt, was ein wenig seltsam erscheint, da einige Szenen aus Liams Sicht sind und er dann nur kryptische Andeutungen in seinen Gedanken zu dem Thema macht.
Die Auflösung des Ganzen ist alles in allem so vorhersehbar und man kann gar nicht glauben, dass Liam und Sophia so lang dafür brauchen, um alles zu durchschauen. Beide scheinen zu naiv zu sein, um die Wahrheit zu erkennen. Und Sophia hätte an einer bestimmten Stelle, die richtigen Worte finden müssen, um großes Unheil von vornherein abzuwenden. Stattdessen wird sie zur stummen Zuschauerin, was einen als Leser wirklich wütend macht.
Ganz zum Schluss wird der Vogel dann aber abgeschossen, was unrealistische Entscheidungen betrifft und man kann nur noch die Augen verdrehen. Ich vermute, dieses Buch soll eine Art modernes Märchen sein, aber es wirkt eher wie ein misslungener Versuch.

Fazit 

Unrealistische Figuren und Handlungen gepaart mit langatmigen Szenen und vorhersehbaren Wendungen. Wer sich daran nicht stört und einen langen Atem hat, der sollte zu diesem Buch greifen und später schließt man dann auch die Protagonisten ins Herz.






Autorin: Lana Stone 
Seiten: 437

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