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Das Robinson-Projekt - eine einsame Insel und ein Mörder (Rezension)

 Inhalt

Ein TV-Experiment voller Social Media-Stars, die auf einer tropischen Insel ohne Außenkommunikation auskommen müssen. Und mittendrin Mia, die so gar nichts mit den anderen Kandidaten zu verbinden scheint. Mia, die unter neuer Identität lebt, um ihre Vergangenheit hinter sich zu lassen.
Als dann plötzlich die Produzentin ermordet wird, beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit, denn einer der Kandidaten ist der Mörder. Und sie sitzen noch eine Weile auf der Insel fest ...

Kritik

Die Idee klingt total fesselnd und man kann den Nervenkitzel schon beim Klappentext spüren. Daher habe ich nicht lange überlegt und mir das eBook zugelegt.
Gleich zu Beginn werden viele Fragen aufgeworfen und man kommt erst nach und nach hinter die Ereignisse, die Mia so sehr verändert haben. Das sorgt zwar dafür, dass man sie immer besser kennenlernt, da sie aber auch die Erzählperspektive innehat, ist es merkwürdig. Zumal man auch einzelne ihrer Handlungen in der Gegenwart nicht miterlebt. Diese künstliche Distanz sorgt für Irritationen und nimmt der Geschichte die Spannung und Emotionalität.
Stilistisch hat sich die Autorin dazu entschieden, gegen Ende eines Kapitels vergangenes aufzuarbeiten und hier dann auch unterschiedliche Sichtweisen zu verwenden. Es ist ein wenig gewöhnungsbedürftig und kann leider nicht wirklich fesseln, da es irgendwie künstlich erscheint. Und auch hier wird zu viel weggelassen, um echt zu wirken, auch wenn dies teilweise für den Spannungsbogen relevant ist.
Die Auflösung hat mir leider so gar nicht gefallen. Alles wirkte insgesamt zu konstruiert und wenig glaubwürdig. Und auch die Wege bis zur Auflösung sind stellenweise zäh, sodass man irgendwann das Ende herbeisehnt - obwohl das Buch recht kurz ist. Der Autorin gelingt es nicht, einen ansprechenden Spannungsbogen über die gesamte Handlung hinweg zu erschaffen, weswegen man irgendwann gar nicht mehr so erpicht darauf ist, den Mörder zu enttarnen.
Die Figuren sind allesamt recht oberflächlich und wenig nahbar. Das liegt zum einen an der Ausnahmesituation, in der sie sich befinden, aber auch daran, dass sich die Autorin vorrangig mit den wichtigsten Figuren Mühe gegeben zu haben scheint. Bei anderen wirkt es eher, als sei ihnen in letzter Minute eine Backgroundstory angedichtet worden, um das große Ganze zu komplettieren. Das ist schade, da es der Glaubwürdigkeit der gesamten Geschichte schadet und bei manchen Figuren auch ein wenig unpassend zu den übrigen Erzählungen über sie scheint.

Fazit

Ein durchschnittlicher Thriller, der mit seinen blassen Figuren wenig packen kann und dessen Auflösung leider zu konstruiert wirkt.



Autorin: Alexandra Maibach
Seiten: 244
Verlag: Piper

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