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Young Elites - Die Gemeinschaft der Dolche (Rezension)

Inhalt

Adelina ist seit dem Blutfieber gezeichnet und damit ein verhasste Malfetto. Ihr Vater bringt nur ihrer Schwester Violetta Liebe entgegen und behandelt Adelina schlecht. Als er sie dann einem reichen Mann überlassen will, flieht das junge Mädchen. Doch er holt sie ein und zum ersten Mal in ihrem Leben entfesselt sie ihre Kräfte und verschuldet den Tod ihres Vaters. Bald darauf will die Inquisition sie töten. Nur die Gemeinschaft der Dolche rettet sie vor dem Tod und nimmst sie zu sich. Doch kann sie ihnen vertrauen? Und welche hinterhältigen Pläne hat Teren, der erste Inquisitor noch?


Kritik

Wie auch schon bei "Legend" lernt man hier schnell, dass nicht alles so ist, wie es auf den ersten Blick scheint. Es werden im Laufe des Romans einige Geheimnisse aufgedeckt, die ein ganz anderes Licht auf die gesamte Situation werfen. Es ist eine der herausragendsten Eigenschaften von Marie Lu, dass sie den Leser immer wieder überraschen kann und dadurch die Spannung aufrecht erhält.
Adelina ist nicht die klassische Protagonistin. Sie hat eine Dunkelheit in sich, die immer wieder zum Vorschein kommt und ist häufig eher die Böse, was eine erfrischende Abwechslung ist. Gerade diese Dunkelheit in ihr ist es, die sie mächtig macht und auch so verdammt interessant. Sie ist eigenwillig und macht Fehler, weil sie Menschen nicht vertrauen kann. Es zeigt, wie sehr ihr Vater sie zerstört hat und auch wenn sie es versucht, kann sie ihre dunkle Seite nicht abschütteln. Sie ist nicht die Gute, die von bösen Mächten heimgesucht wird und von einem Prinzen in glänzender Rüstung gerettet wird. Sie muss für ihre Freiheit kämpfen und kann ihre Vergangenheit nicht vergessen. Gerade ihre Gabe ist es, die den Leser fasziniert, da sie soviel Dunkelheit beinhaltet, aber auch für das Gute benutzt werden kann. Vor allem aber will man natürlich wissen, ob sie sich gänzlich der Dunkelheit hingibt oder doch den Weg ins Licht findet. Aber trotz der schlimmen Dingen, die sie tut und auch fühlt, schließt man sie ins Herz und wünscht ihr und einer gewissen anderen Person nur das beste.
Ein sehr interessanter Aspekt ist die Gemeinschaft der Dolche. Sie alle haben unterschiedliche Fähigkeiten und es macht Spaß, alles zu entdecken. Und auch die Hintergrundgeschichten der Mitglieder sind spannend, auch wenn man noch lange nicht alles erfährt. Hoffentlich geht es im zweiten Teil dann auch mehr um die anderen Figuren.
Dadurch, dass sich einige Kapitel um andere Figuren drehen, wie zum Beispiel Teren, erfährt man mehr Hintergründe und bekommt einiges mit. Man kann vor allem Teren besser einschätzen und erkennt ihn bald als Feind. Er ist ein Fanatiker, sowohl in seinem Kampf gegen die Malfettos als auch in seiner bedingungslosen Ergebenheit für die Königin.
Das Ende des Buchs lässt einen sprachlos und irgendwie auch ratlos zurück. Es geschehen Dinge, die man aus anderen Büchern so nicht kennt und liebend gern würde man einiges ändern. Aber es gibt einen Hoffnungsschimmer am Horizont, der hier jedoch nicht weiter erläutert wird. Auch der Schreibstil der Autorin sorgt dafür, dass man den Roman kaum aus den Händen legen kann, was vor allem gegen Ende noch schlimmer wird. Da würde man am liebsten auf Pause im Leben drücken und einfach weiterlesen.
Die Andeutung ganz am Ende lässt auf weitere interessante Wendungen hoffen und auch auf neue Offenbarungen, die im zweiten Teil ein tragende Rolle spielen könnten. Es bleibt abzuwarten, welche Kräfte man im Folgeband kennenlernen darf.


Fazit

Ein grandioser Auftakt, durch den man nur noch mehr über Adelina und ihre Welt erfahren möchte. Absolut gelungen!!!



Autorin: Marie Lu
Seiten: 416
Verlag: Loewe

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