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Tote Mädchen lügen nicht (Rezension)

Inhalt

Als Clay nach Hause kommt, wartet ein Paket auf ihn. In dem Paket befinden sich Kassetten, auf denen seine Klassenkameradin Hannah Baker erklärt, warum sie sich umgebracht hat und wer daran Schuld ist.
Clay begibt sich auf eine Reise durch Hannahs Leben und beginnt, sie neu kennenzulernen. Um ihren letzten Willen zu erfüllen, hört er sich die Kassetten an und muss feststellen, dass er einiges bisher missverstanden hat. Nur ist es für jegliche Einsicht zu spät.

Kritik

Schon vom Serientrailer ist der Inhalt bekannt, wodurch man dazu nicht viele Worte verlieren muss. Zumal nicht allzu viel passiert, da sich Clay eine Nacht lang durch die Stadt bewegt. Viel wichtiger sind die Erinnerungen, die Hannahs Erzählungen in ihm wecken und all das, was er erfährt. Denn auch wenn Clay heimlich in Hannah verliebt gewesen ist, hat er sich doch blenden lassen. Und das nicht von ihr, sondern durch die Gerüchte, die ihre Mitschüler über Hannah verbreitet haben. Clays Kommentare bzw. Gedanken sorgen dafür, dass auch der Leser sein Verhalten reflektiert und überlegt, wie er/sie sich verhalten hätte. Dadurch taucht man umso tiefer in die Geschichte ein und bekommt gleichzeitig etwas zum Nachdenken mit.
Im Serientrailer wirkte Hannah noch sehr sympathisch, was im Roman leider nicht der Fall ist. Zu Anfang ist das noch anders, da sie noch sehr ehrlich und einfach tief verletzt wirkt. Doch je weiter ihre Erzählungen kommen, desto heuchlerischer und unsympathischer wirkt sie. Zum einen liegt das daran, dass sie selbst nicht unfehlbar ist und teilweise dieselben Fehler macht wie jene, die sie an den Pranger stellt. Auch wenn sie es offen zugibt, macht es das nicht gerade besser. Dann bleiben einige Fragen offen und da alles in so kurzer Zeit erzählt wird, wirft man bald schon einiges durcheinander. Zum anderen hat sie mehrfach die Chance, sich retten zu lassen und lässt sie verstreichen. Teilweise liegt es an den Anderen, aber sie trifft auch eine Schuld, weswegen die Kassetten teilweise recht unfair sind.
Die Idee ist es aber, die dieses Buch so außergewöhnlich macht. Nicht nur, weil es um die Reaktionen und Reflektionen des Verhaltens nach dem Suizid eines Bekannten geht, sondern auch weil Clay so durchschnittlich ist. Dadurch, dass er sich keiner Schuld bewusst, aber offen für Hannahs Kritik ist, könnte er jeder von uns sein. Das bringt den Leser zum Nachdenken und man identifiziert sich mit ihm, auch wenn er kein Charakter ist, den man unbedingt ins Herz schließt. Schließlich erfährt man nicht so viel über ihn und erlebt auch nur einen sehr kurzen Abschnitt seines Lebens. Dennoch fühlt man sowohl mit ihm als auch mit Hannah mit, wenn auch nur für den Moment.

Fazit

Der Roman gibt dem Leser etwas zum Nachdenken, auch wenn die Figuren nicht immer überzeugen können.


Autor: Jay Asher
Seiten: 288
Verlag: cbt

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