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Love to Share (Hörbuchrezension)

 Inhalt

Tiffy braucht dringend eine neue Wohnung, nachdem die Beziehung zu ihrem Exfreund in die Brüche ging. Da sie nicht gut verdient, ist das in London gar nicht so einfach. Als sie von Leons Annonce liest, dass jemand seine Wohnung stundenweise untervermieten will, willigt sie ein. Ihr gehört die Wohnung immer von achtzehn bis sieben Uhr und an den Wochenenden. Da kann doch gar nichts schief gehen - oder?


Kritik

Die Idee ist sehr originell und man hat gleich das Gefühl, dass es ganz lustig werden könnte. Dass sich zwei Menschen alles teilen, ohne einander zu kennen, ist einerseits aufregend. Andererseits kann ich es mir persönlich nicht vorstellen und fände es auch schwierig, da es keine wirkliche Privatsphäre mehr gibt. Dass es auch zu Problemen führen kann, erlebt man dann auch. Leider sind diese Stellen oftmals ein wenig vorhersehbar, was dem Ganzen aber nicht den Spaß nimmt und die Stimmung liegt irgendwo zwischen belustigt und beschämt.
Tiffy ist eine sehr liebenswerte Figur, die leider auch sehr naiv ist. Einige ihrer Handlungen sind nicht allzu nachvollziehbar und ihre Entwicklung ist an manchen Stellen unglaubwürdig. Es scheint, als wären die Figuren an die Handlung angepasst worden, was sie weniger sympathisch und glaubwürdig macht. 
Leon hat ein ähnliches Problem. Er ist stellenweise sehr naiv, was zu seinem netten Charakter passt. Aber alles in allem wirkt er leider unglaubwürdig.
Besonders nervig ist die Handhabung bei Dialogen echt nervig. Es werden immer die Namen genannt, bevor eine Figur spricht. Zuerst ist es irritierend und gewöhnungsbedürftig, aber auf Dauer nervt es einfach. Zuerst denkt man noch, die Person wird mit Namen angesprochen. Es stört den Hörfluss und das Hörbuch wäre deutlich besser, wenn man nicht diese Handhabung gewählt hätte. Positiv hingegen ist, dass die Kapitel aus der Sicht der beiden Protagonisten auch von unterschiedlichen Sprechern vertont wurden. Dadurch weiß man sofort, bei welcher Figur man gerade ist. Auch haben die beiden Sprecher sehr angenehme Stimmen, sodass man ihnen gerne zuhört.
Der Verlauf der Geschichte ist leider recht vorhersehbar und auch gerade die Charakterentwicklung verläuft wie gedacht. Dadurch fehlt es der Geschichte an Überraschungen und sie kann den Leser/Hörer nicht fesseln.
Während der Leser/Hörer längst ahnt, was sich im Hintergrund abspielt, dauert es ewig, bis die Figuren dahinter kommen und man kommt stellenweise nicht aus dem Augenrollen raus. Die Charaktere stellen sich teilweise aber auch dumm an.
Diese negativen Aspekte werden dann aber wieder von heiteren Szenen aufgewertet, die das Hörbuch dann doch hörenswert machen. Dass die Autorin versucht, ernstere Themen einzubinden, ist prinzipiell gut und kann einer Geschichte Tiefe verleihen. Hier wirkt es leider sehr konstruiert, vor allem wenn es dann zur Aufarbeitung kommt. Die vielen Handlungsstränge wirken teilweise wie zusammengewürfelt und manche haben keinen Mehrwert für die Geschichte.  Viel mehr scheint sich die Handlung stellenweise im Chaos zu verlieren, was die Geschichte nicht echter wirken lässt. Viel mehr werden darüber genretypische Szenen eingebaut, die das Geschehen unnötig in die Länge ziehen.

Fazit

Eine nette Geschichte für zwischendurch, die gerade in Bezug auf die Stringenz der Handlung, die Charaktere und das Handwerk des Hörbucherzählens Mängel aufweist. Dennoch ein netter Alltagsbegleiter.




Autorin: Beth O'Leary
Sprecher*in: Anna Carlsson, Oliver Wnuk
Länge: ca. 9 Stunden und 7 Minuten
Verlag: Random House Audio

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