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Scythe - der Zorn der Gerechten (Rezension)

Inhalt

Scythe Anastasias Ernennung lief alles andere als geplant und sie muss sich nun in ihrem neuen Leben zurechtfinden. Während ihr Freund Rowan als Scythe Luzifer Jagd auf ehrenlose Scythe macht, versucht sie sich in ihrer neuen Rolle zurechtzufinden und den Grauen, der hinter ihnen liegt, zu verarbeiten.
Doch ein neues Unheil droht und schon bald weiß Anastasia nicht mehr, wem sie noch trauen kann. Denn Freunde können schnell zu Feinden werden und als Anschläge auf ihr Leben und auf das ihrer Mentorin Scythe Curie verübt werden, muss sie sich entscheiden, ob sie bereit zu kämpfen ist. Denn es scheint deutlich mehr auf dem Spiel zu stehen, als auf den ersten Blick ersichtlich ist.


Kritik

Obwohl man sich noch grob an das Ende von Band 1 erinnert, dauert es eine Weile, bis man alle wichtigen Details vor Augen hat, was zu Beginn für ein wenig Verwirrung sorgen kann. Dies ist aber vor allem der Komplexität der erschaffenen Welt geschuldet, die dafür umso faszinierender ist.
Den Aspekt der von einer beinahe allwissenden Bewusstsein gelenkten, unsterblichen Menschheit habe ich bereits in der Kritik zu Band 1 erläutert und werde es hier nicht erneut tun. Es soll nur erwähnt werden, dass diese Welt sehr faszinierend und gleichermaßen erschreckend ist und man auch lange nach Beenden der Bücher noch darüber nachdenkt.
Dass man den Thunderhead, das beinahe allwissende Bewusstsein, nicht wirklich fürchtet, liegt auch daran, dass dieser oftmals am Ende von Kapiteln zu Wort kommt. Dadurch lernt man ihn kennen und beginnt, ihn zu verstehen und einschätzen zu können. Da er eine wichtige Komponente in dieser Geschichte darstellt, ist dies unerlässlich.
Der Autor hat eine gelungene Erzählperspektive gewählt, sodass man immer wieder auch einen Blick in die Emotionen und Gedanken der Figuren erhascht, nicht aber an einzelne gebunden ist. Dadurch bekommt man als Leser alles wichtige mit und die Spannung bleibt konstant hoch, auch wenn bei einer einzelnen Figur gerade nicht viel passiert. Dadurch können auch neue Figuren, die eine wichtige Rolle spielen sollen, eingeführt werden, ohne dass es merkwürdig wirkt. Dies führt dazu, dass man auch Einblicke in andere Lebensweisen bekommt und ein viel vollkommeneren Blick für diese Welt erhält. Ebenso wie die Figuren tappt auch der Leser oftmals im Dunkeln und wird von einigen Ereignissen ziemlich überrascht. Dadurch mag man das Buch kaum aus den Händen legen. Dem Autor gelingt es, diese überraschenden Wendungen über das gesamte Buch zu verteilen, sodass es nicht langweilig wird oder gegen Ende zu überhastet wirkt.
Ein einziger Negativpunkt sind all die Details, die teilweise wichtig sind, aber in ihrer Fülle kaum zu merken sind. Dadurch wird man dann erst recht überrascht, weil man die entsprechenden Andeutungen eben nicht gleich verstanden hat. Dies schmälert aber nicht das Lesevergnügen.
Das Ende ist mehr als überraschend und tragisch, sodass man völlig schockiert den Buchdeckel schließt und erstmal Abstand zum Verarbeiten braucht. Der Autor hat einen sehr emotionalen Cliffhanger eingebaut, der dem Leser das Herz bricht und gleichzeitig gespannt aufs Finale macht. Ein Finale, das so ganz anders werden wird, als man vielleicht in Band 1 noch dachte.

Fazit

Eine ausgezeichnete Fortsetzung, die einem mehrfach den Atem raubt. Bin schon gespannt aufs große Finale.




Autor: Neal Shusterman
Seiten: 544
Verlag: FISCHER Sauerländer

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